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Bad Berneck

Bad Berneck im Fichtelgebirge (amtlich: Bad Berneck i.Fichtelgebirge) ist eine Stadt im Norden des oberfränkischen Landkreis Landkreises Bayreuth. Bad Berneck ist seit 1857 ein Kurort, zuerst Molken- und Luftkurort, seit 1930 Kneippkurort und seit 1950 Kneippsches Heilbad.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt am Westrand des Fichtelgebirges, umgeben von sieben bewaldeten Bergen, die es gegen raue Nord- und Ostwinde schützen, im Tal der Ölschnitz (Weißer Main)Ölschnitz, die unterhalb der Altstadt in den Weißer Weißen Main mündet,im Übergang zum weitgeschwungenen Kronachtal und dem sanftwelligen Bayreuther Hügelland. Der Mainberg mit 624 m ü. NN und der Wolfenberg mit 598 m ü. NN sind die höchsten Erhebungen im Gemeindegebiet.

Geologie

Bad Berneck liegt an der Abzweigung zweier Bruchzonen: Der Fränkische Fränkischen Linie und der Bernecker Störung. Hier treffen vier sehr unterschiedliche Formation (Geologie)geologische Formationen aufeinander: Das fränkische Schichtstufenland mit Sedimenten aus dem Trias (Geologie)Trias, Metamorphes metamorphe Gesteine der Münchberger Münchberger Masse, vulkanische und Sedimentgesteine aus dem Devon (Geologie)Devon der Berneck-Regnitzlosauer Mulde und die Gesteine des Fichtelgebirges aus dem Ordovizium.

Die anstehenden Pillow-Basalte, auch Diabas genannt, gelten als die mächtigste vulkanische Schicht aus dem Devon in Deutschland. Im Bereich der Münchberger Masse ist auf dem Gemeindegebiet ein inverser, fünffacher Tektonische Deckenstapel, auf dem sich in ca. drei Kilometer Entfernung metamorphe Gesteine befinden, die bei der Entstehung zwischen 3 und 60 Kilometer tief unter der Erdoberfläche lagen.

Geprägt ist Bad Berneck durch die Kerbtäler des oberen Weißen Mains und seiner Zuflüsse. Durch die abwechslungsreiche Geologie wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in bis zu 40 kleineren Bergwerken folgende Materialien gefördert: Gold, Silber, Kupfer, Blei, Eisen und Alaunschiefer. Das Bergwerk Beständiges Glück war wahrscheinlich mit über 350 Jahren Betriebszeit am längsten im Fichtelgebirge durchgängig in Betrieb. Heute werden noch in zwei großen Steinbrüchen Schotter und andere technische Steine aus Diabas und Phyllit gewonnen.

Klima

Bei der Einteilung der Klimazonen gehört Bad Berneck zum Übergangstyp vom Mittelgebirgstyp zum kontinentalen Typ. Die geschützte Lage der Stadt mildert Klimaextreme.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Stadt Gefrees, Stadt Goldkronach, Bindlach, Harsdorf, Himmelkron und Marktschorgast. Die kreisfreie Stadt Bayreuth ist etwa 13 km von Bad Berneck entfernt.

Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde Bad Berneck hat 38 amtlich benannte Ortsteile:

 

  • Bad Berneck im Fichtelgebirge
  • Bärnreuth (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Bärnreuth
  • Birkenhof (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Birkenhof
  • Brandleithen
  • Bruckmühle (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Bruckmühle
  • Degmann
  • Doebitsch
  • Eichberg (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Eichberg
  • Escherlich
  • Falkenhaus (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Falkenhaus
  • Föllmar
  • Föllmarsberg
  • Fornenmühle
  • Frankenhammer
     
  • Gesees (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Gesees
  • Goldmühl
  • Gothendorf (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Gothendorf
  • Heinersreuth (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Heinersreuth
  • Hinterröhrenhof
  • Hohenknoden
  • Jägersruh (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Jägersruh
  • Juliusthal
  • Kolbenhof (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Kolbenhof
  • Köslar
  • Kutschenrangen
  • Mainleithen
  • Micheldorf (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Micheldorf
  • Mooshof (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Mooshof
     
  • Nenntmannsreuth
  • Neudorf (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Neudorf
  • Neuhaus (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Neuhaus
  • Rimlas
  • Rödlasberg
  • Schmelz (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Schmelz
  • Steinbühl (Bad Berneck im Fichtelgebirge)Steinbühl
  • Vorderröhrenhof
  • Warmeleithen
  • Wasserknoden

Geschichte

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte ist im Bereich der Stadt kaum belegt. Lediglich bei Neudorf / Nenntmannsreuth wurde ein verzierter früh-latènezeitlicher Gürtelhaken gefunden, der sich im Museum für Vor- und Frühgeschichte (Berlin)Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte befindet.

Mittelalter

Die Entstehung, die Siedlungslage und die hohe Burgendichte von Bad Berneck sind durch seine strategische Lage verständlich. Bad Berneck befand sich schon in frühester Zeit in einer Grenzlage in mehrfachem Sinne: Politisch an der Gaugrenze zwischen Radenz- und Nordgau (Bayern)Nordgau, kirchlich an der Bistumsgrenze zwischen Bistum Regensburg und Bistum Würzburg, nach der Gründung des Bistums Erzbistum Bamberg 1007 an dessen Grenze. Gelegen an der Fränkische Fränkischen Linie, die das siedlungsgünstige Obermainisches Obermainische Bruchschollenland vom Hohes Hohen Fichtelgebirge scheidet, war das Ortsgebiet für lange Zeit auch die Grenze des Fränkisches fränkischen Siedlungslandes. Berneck lag aber auch an der vermutlich schon zu karolingischen Zeiten bestehenden, bedeutenden Reichsstraße (Mittelalter)Reichs- und Handelsstraße via imperii, die Rom mit der Ostsee verband. Vor dem Jahr 1000 dürfte die Gründung der heutigen Ortsteile Gothendorf und Micheldorf mit der Endung -dorf liegen. Mit dem Würzburger Altzehnt belegt und damit ebenfalls vor 1000 zu datieren sind die Ortsteile Bärnreuth, Gesees und Binnig . Die letztgenannte Ortschaft lag am Zusammenfluss der Ölschnitz (Weißer Main)Ölschnitz und des Weißer Weißen Mains. Es ist anzunehmen, dass die Abschnittsbefestigung auf der Hohe Warte (Fichtelgebirge)Hohen Warte die Handelsstraße via imperii sicherte.

Als erste Herrschaftsträger sind die Walpoten zu nennen, die wahrscheinlich Anfang des 11. Jahrhunderts die Turmburg Alt-Berneck errichteten. Zu dieser Burg gehörte eine Siedlung, die durch die Flurlage Alt-Berneck erkennbar wird (gelegen auf der Höhe oberhalb der Turmburg gegen Bärnreuth). Mitte des 12. Jahrhunderts wurden Burg und Siedlung von der ursprünglichen Lage bei Bärnreuth an den Zusammenfluss der Ölschnitz mit dem Knodenbach verlegt, der heutigen Ortslage von Bad Berneck. Auf dem über dem Ort gelegenen Bauplatz dieser Burg steht heute die im Spätmittelalter errichtete Burgruine Hohenberneck. Nach dem Walpotenburg genannten Vorgängerbau benannte sich 1168 Ulrich II. Walpoto, dies ist auch die Erstnennung von Berneck. Die zweite Nennung erfolgte 1177, als Ulrich die von ihm widerrechtlich auf kirchlichem Grund errichtete Burg von dem Bischof Otto II, einem Herzogtum Andechs-Meranier, zu Lehen nehmen musste. Im Zusammenhang damit ist auch die Gründung der Pfarrei Berneck 1365 zu sehen. Zu dieser Pfarrstelle wurden die heutigen Ortsteile Bärnreuth, Micheldorf, Hohenknoden, Rimlas und Heinersreuth gezogen. An die Stelle der Nikolauskapelle trat ein Kirchenbau. Im Jahre 1375 brannte Berneck fast gänzlich ab, 1431 hatte es unter den Hussiteneinfällen durch Prokop Rasa und 1462 und 1467 unter Pestjahren zu leiden.

Unter den Markgrafen konnten die von Wallenrode (Adelsgeschlecht)Wallenrode eine kleine Herrschaft aufbauen. Sie sind 1397 als Deutscher Amtmänner im Burgruine Altes Alten Schloss nachzuweisen. 1478 wurde Veit von Wallenrode mit dem Burgstall der Walpotenburg belehnt unter der Auflage dort eine neue Burg zu errichten. Diese Burg, Burgruine Neuwallenrode genannt, wurde 1501 an die Markgrafen verkauft, die diese in Hohenberneck umbenannten und seit 1553 wiederum die von Wallenrode mit dieser Burg belehnten Es folgte eine Blütezeit als mondäner Kurort, Gäste für Kneipp- und Molkekuren kamen bis aus den arabischen Ländern. Infolge der verschiedenen Gesundheitsreformen und eines veränderten Reiseverhaltens ging der Betrieb ab Ende der 80er Jahre stetig zurück, mit der Schließung des Siemens-Kurheims 2004 gab es schließlich keine Einrichtung für stationäre Kuren mehr, dafür wurden durch die Stadtverwaltung mit dem Kurmittelhaus und die ortsansässigen Vermieter erste Konzepte umgesetzt, um die Stadt für ambulante Kurgäste und Selbstzahler wieder zu einem attraktiven Reiseziel zu machen.

Heute spezialisiert sich Bad Berneck mit seinem Kur- und Gesundheitsangebot auf den Bereich der Prävention.

Eingemeindungen

- ! Ortsteil !! Einwohner(1970) !! Eingemeindungsdatum -

Bärnreuth
 218
 1. Januar 1971
-
Goldmühl
 240
 1. Januar 1978

  • Christlich-Soziale Union in CSU 5
  • SPD SPD 5
  • Freie Wähler FWG 6

Bürgermeister ist Jürgen Zinnert (SPD), Zweiter Bürgermeister Alexander Popp von der FWG.

Städtepartnerschaft

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit Habartov (Tschechien)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Ruinen des hochmittelalterlichen Burgruine Altes Alten Schlosses (13. Jahrhundert).
  • Ruinen der spätmittelalterlichen Burgruine Hohenberneck und der Marienkapelle Marienkapelle (14. Jahrhundert)
  • Die frühe Turmburg Alt-Berneck (11. Jahrhundert)
  • Dendrologischer Garten im Rotherspark mit Bäumen aus aller Welt
  • Marktplatz mit historischen Fachwerkhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts
  • Kurpark mit Kolonnaden (um 1900)
  • Die Romantikbühne am Schlossturm.
  • Evangelische Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit. Klassizistischer Saalbau (1796-1800), Westturm 16. Jahrhundert, Mosesfigur von Elias Räntz.

Kultur

  • Fränkischer Theatersommer: Theater, Chansons, Kabarett, Literatur und anderes in den Sommermonaten an wechselnden Veranstaltungsorten
  • KuKuK: Kunst und Kultur im alten Kindergarten. Wechselnde Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Brauchtum im Fichtelgebirge.
  • Kunststraße: In den Sommermonaten wechselnde Ausstellungen in den Schaufenstern der Stadt
  • Brezenwochen: Von Mitte Januar bis Anfang März gibt es abwechselnd bei den sechs Brezenwirten fränkische Spezialitäten und auch international exotische Gerichte.

Feste und Veranstaltungen

  • Stadelkerwa Rimlas
  • Westernfest Escherlich
  • Sommernachtsfest
  • Burgenfest

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Größter Arbeitgeber der Stadt sind die Frenzelit Werke GmbH mit weltweit rund 450 Mitarbeitern. Die Firma ist im Besitz der Familie Wagner und produziert Dichtungsmaterialien, Technische Textilien und Kompensatoren. Zweitgrößter Arbeitgeber ist die Reitz-Gruppe mit rund 200 Mitarbeitern in Bad Berneck (rund 500 Mitarbeiter gesamt). Die Reitz-Gruppe mit ihren Marken Popp, düwi und Schwaiger produziert Elektroartikel. Die Reitz-Gruppe stellte am 18. Februar 2009 Insolvenzantrag. Wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Wander- und Gesundheitstourismus. Ein ausgedehntes Wander- und Radwegenetz mit Anschluss an überregionale Strecken wie den Fränkischen Gebirgsweg, den Burgenweg, den Main- und den Saale-Radwanderweg ist Basis für einen sanften Wandertourismus. Mit seinen Vorzügen als Kneippheilbad und Luftkurort ist Bad Berneck jetzt auch Symbiontic-Partnerstadt und bietet in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Heilbäderverband und dem bayerischen Wirtschaftsministerium die präventive Symbiontic-Kur an, deren Wirkung heute das Kneippangebot ergänzt und für neue Zielgruppen sorgt.

Verkehr

Individualverkehr

Bad Berneck liegt an der Kreuzung der Bundesstraßen Bundesstraße 22 (Hof (Saale)Hof – Bayreuth) und Bundesstraße 303303 (Kronach – Eger (Böhmen)Eger). Über den Anschluss Bad Berneck/Himmelkron (Entfernung 5 km) ist Bad Berneck an das Autobahnnetz angebunden (Bundesautobahnen Bundesautobahn 99 und Bundesautobahn 7070).

Öffentlicher Verkehr

Die Stadt ist eingebunden in das Verkehrsverbund Großraum Verkehrsnetz der Metropolregion Nürnberg. Der Zentrale Busbahnhof befindet sich an der Kreuzung der Bundesstraßen B 2 und B 303. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Marktschorgast, Neuenmarkt und Bayreuth.

Bildung

In Bad Berneck befinden sich die Sebastian-Kneipp-Volksschule (Grund- und Mittelschule), die zum dritten Mal in Folge (2010/11/12) für ihr Engagement in der Umweltbildung mit dem Titel „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet worden ist. Des Weiteren gibt es eine Volkshochschule, zwei Kindergärten, eine Kinderkrippe und ein Kinderhort. Das Kneipp- und Gesundheitshaus bietet als Mitglied des Kneipp-Bundes eine Ausbildung zum Kneipp'schen Gesundheitsberater an.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johannes von Wallenrode (* um 1370 in Wasserknoden, † 28. Mai 1419 in Lüttich), Erzbischof von Riga, Bischof von Lüttich, Deutschordensdiplomat und Königlicher Rat
  • Adolf Köberle (1898-1990), deutscher evangelischer Theologe
  • Carl Heidenreich (* 4. Oktober 1901 in Bad Berneck; † 6. September 1964 in Frankfurt am Main), deutsch-amerikanischer Maler.
  • Simon Nüssel (* 20. Januar 1924 in Rimlas), deutscher Politiker (CSU und Bayernpartei); war von 1987 bis 1990 bayerischer Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten
  • Carl Zimmerer (1926–2001), deutscher Staats- und Sozialwissenschaftler, Volkswirt und Unternehmer
  • Manfred Nüssel (* 3. April 1948 in Bad Berneck), CSU-Politiker und Präsident des Deutscher Deutschen Raiffeisenverbandes.
  • Sepp Buchegger (*1948), deutscher Karikaturist

Persönlichkeiten, die in Bad Berneck gelebt und gewirkt haben

  • Alexander von Humboldt (1769-1859), Oberbergrat im Bergamt Goldkronach von 1793 bis 1796, wohnte in Goldmühl.
  • Ulrike Meinhof (* 7. Oktober 1934 in Oldenburg; † 9. Mai 1976 in Stuttgart-Stammheim) lebte von 1945 bis 1946 gemeinsam mit ihrer Mutter Ingeborg Meinhof und Renate Riemeck in Bad Berneck
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