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Bad Kohlgrub

Bad Kohlgrub ist eine Gemeinde (Deutschland)Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Der Ort ist das höchstgelegene Moorheilbad Deutschlands. Der ganze Ort ist als Heilbad beurkundet seit 1948, der Ortsteil Gagers (das heutige Obere Kurgebiet) bereits seit 1878.

Geografie

Bad Kohlgrub liegt in der Planungsregion Region Oberland auf 800–900 m Höhe am Fuße des zu den Ammergauer Alpen gehörenden Hörnle (Ammergauer Alpen)Hörnle. Etwa 8 km östlich des Ortes liegt der Staffelsee und das Murnauer Moos. Zum Ort gehören zahlreiche Weiler.

Geschichte

Bad Kohlgrub gehörte bis 1803 zeitweise zum Kloster Ettal und zeitweise zum Kloster Rottenbuch, bildete aber eigentlich eine eigene Hofmark Kohlgrub. Ettal übte in der Hofmark auch die Hochgerichtsbarkeit aus. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt#Zweites Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Der Ortsname wird ursprünglich auf die Köhlertätigkeit zurückgeführt, das heißt, dort wurde Holzkohle in Meilern gebrannt. Als „Bad“ tritt der Ort erstmals 1871 in die Geschichte ein, als im Ortsteil Gagers eine solche Einrichtung rund um die dortigen Stahlquellen errichtet und genehmigt worden war. Zum Moorheilbad wurde der Ort erst, nachdem diese versiegt waren. Die Heilkraft des umliegenden Hochmoores gegen Gicht, Ischias, Frauenleiden und ähnliches war Einheimischen jedoch schon seit langem bekannt. Seit dem 13. Juli 1948 darf der Ort den Titel „Bad“ im Ortsnamen führen.

1663 überlebten nur zwei Familien die Pest. Hieraus entstand das Gelübde dieser Familien, bei Überleben dieses Schicksalsschlages eine Kirche zu erbauen. Davon zeugt die Rochuskirche, die nördlich des Ortes auf einer Anhöhe steht, allerdings in einem neuer Form. Aus ähnlichem Grunde entstanden z. B. auch die Oberammergauer Passionsspiele.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1970 wurden auf dem Gebiet der Gemeinde 1.975 Einwohner gezählt, 1987 dann 1.987 und 2000 schließlich 2.261.

Politik

Bürgermeister ist Gerald Tretter (Für Bad Kohlgrub/Neue Liste). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Rudolf Schedler (Fremdenverkehr).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2010 umgerechnet 1,84 Millionen Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 479.700 Euro.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Über blauem Schildfuß, darin eine von zwei silbernen Wellenleisten beseitete goldene Holzbadewanne, gespalten von Gold und Silber; vorne am Spalt ein halber, rot bewehrter schwarzer Adler, hinten eine bewurzelte, siebenblättrige rote Buche.

Das Wappen stammt aus dem Jahr 1968.

Bedeutung:

Für Bad Kohlgrubs Geschichte ist die enge, durch grundherrschaftlichen Besitz bedingte Verbindung mit den Klöstern Ettal und Rottenbuch wichtig, für die Gegenwart der Gemeinde der Charakter des Ortes als Heilbad, das seinerseits auch auf eine lange Entwicklung zurückblicken kann. Mit dem Sinnbild für „BAD“ (Wanne und Wellen) werden deshalb die Kennzeichen für das auf die Gründung Kaiser Ludwigs des Bayern zurückgehende Kloster Ettal (halber Reichsadler) und das Stift Rottenbuch (Buche als redendes Wappen) verbunden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Bad Kohlgrub

Das Musikerehepaar Hertha und Wilhelm Keilmann trat seit 1952 regelmäßig mit Violinkonzerten und Streichquartetten auf.

Wirtschaft und Infrastruktur

Touristik sowie Fremdenverkehr

Bad Kohlgrub verfügt über ca 2500 Gästebetten, davon in etwa die Hälfte in Ferienwohnungen. Im Jahr 2009 wurden 205523 Übernachtungen gezählt. Die gewerblichen Fremdenverkehrsbetriebe ( Hotels, Pension, Rehaklinken, Sanatorien) stellen knapp 80 % der Arbeitsplätze.

Die Grundlage für den Fremdenverkehr ist das Gesundheitswesen. Bad Kohlgrub ist bekannt für Hochmoor Bergkiefern Anwendungen und das zur Balneologie bereitgestellte Moor / Torf gehört zu den bestuntersuchten Torfen.

Von Bad Kohlgrub aus führt die Hörnlebahn, eine Zweier-Sesselbahn auf das Hörnle.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 87 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 419 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 663. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sechs Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 1999 69 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1254 ha.

Verkehr

Bad Kohlgrub liegt an der im Stundentakt bedienten Ammergaubahn Murnau am Murnau–Oberammergau.

Mit dem Auto ist der Ort über die Staatsstraße 2062 Saulgrub–Murnau erreichbar.

Bildung

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 47 Kindern
  • eine Volksschule mit 17 Lehrern und 266 Schülern. Die Schule wurde 2011 in eine Grund- und eine Mittelschule umgewandelt.
  • ein Waldkindergarten mit durchschnittlich 12 Kindern

Persönlichkeiten

  • Eugen Schilling (1861–1941), Chemiker
  • Heinrich Bulle (1867–1945), Archäologe
  • Wilhelm Keilmann (1908–1989), Pianist und Komponist
  • Gisela Schlüter (1919–1995), Kabarettistin und Schauspielerin
  • Hans Hubberten (1929–1988), Drehbuchautor
  • Martin Lindauer (1918–2008), Verhaltensforscher
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