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Bad Neustadt an der Saale

Bad Neustadt an der Saale (lokal: Neuschd) ist die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreis Rhön-Landkreises Rhön-Grabfeld, etwa 62 km nordöstlich von Würzburg. Die Kurstadt liegt am Rande des Naturpark Bayerische Naturparks Bayerische Rhön, am Zusammenfluss von Brend (Fluss)Brend und Fränkische Fränkischer Saale.

Geografie

Geologie

Der Untergrund der Neustädter Gegend wird von den Gesteinen des Oberen Buntsandsteins und des Unteren und Mittleren Muschelkalks gebildet. Unter einer rund 700 Meter starken Buntsandsteinschicht ist in die aus dem Erdaltertum stammende, rund 250 Meter starke Zechsteinschicht über dem kristallinen Grundgestein Salzlager in einer Mächtigkeit bis zu 125 Metern eingemengt. Deren Auswaschungen sorgten für das Entstehen der Beckenlandschaft am Ostrand der vulkanischen Rhön. Ihr sind auch die Heilquellen zu verdanken, die dort dem Boden entspringen.

Nachbargemeinden

Salz (Unterfranken)Salz, Hohenroth, Heustreu, Rödelmaier, Wollbach (Unterfranken)Wollbach, Hollstadt, Unsleben, Schönau an der Brend, Niederlauer, Burglauer, Münnerstadt

Stadtgliederung

Die politische Gemeinde Bad Neustadt an der Saale hat elf amtlich benannte Ortsteile:

  • Bad Neuhaus
  • Bad Neustadt an der Saale
  • Ballingsmühle
  • Brendlorenzen
  • Dürrnhof (Bad Neustadt an der Saale)Dürrnhof
  • Herschfeld
  • Kreuzmühle (Bad Neustadt an der Saale)Kreuzmühle
  • Lebenhan
  • Löhrieth
  • Mühlbach
  • Schweinhof

Raumplanung

Bad Neustadt bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Planungsregion Main-Region Main-Rhön, in der Schweinfurt als Oberzentrum ausgewiesen ist.

Klima

Klimatisch gehört das Neustädter Becken in den Einflussbereich der mildkontinentalen Zone, denn es liegt im Wind- und Regenschatten der Rhön. Die mittlere Niederschlagsmenge pro Jahr liegt bei 631 Millimeter, die mittlere Jahrestemperatur bei 9,6 °C. Das Klima ist als reizschwach bis schonend bewertet.

Geschichte

Bereits 741/742 wurde der eingemeindete Ort Brendlorenzen erstmals in einer Urkunde des neu gegründeten Bistums Würzburg erwähnt. Die dortige Martinskirche (später nach St. Johannes dem Täufer umbenannt) wurde als eine von 25 Eigenkirchen dem Bistum geschenkt. In der Gegend der Stadt errichtete 790 Karl der Große die Pfalz Salz, deren genaue Lage bis heute nicht geklärt werden konnte. Karl empfing hier 803 eine Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers Nikephoros I. Mindestens zehn Aufenthalte karolingischer Herrscher und mindestens fünf der ersten sächsischen Herrscher in der Pfalz Salz sind sicher belegt.

Wann die neue Stadt auf dem Hügel am Zusammenfluss von Brend und Fränkischer Saale gegründet wurde, ist nicht bekannt. Grabungsfunde belegen jedoch, dass im 12./13. Jahrhundert eine hölzerne Stadtbefestigungsanlage die neue Siedlung umgab. Die danach errichtete mittelalterliche Stadtmauer aus Stein ist noch erhalten. Auf 1,5 Kilometer Länge umgibt sie in Herzform die Altstadt von Bad Neustadt. Der Ursprung der Herzform wird in einer romantischen Sage erklärt: Karl der Große soll, als er auf der Anhöhe der Salzburg stand und ins Tal blickte, zu seiner Ehefrau Fastrada gesagt haben: „Als Zeichen unserer Liebe will ich dort unten eine Stadt in Herzform errichten.“ Die Herz (Symbol)Herzform wurde als Symbol allerdings erst ca. 700 Jahre nach Karl dem Großen gebräuchlich. Erstmals erwähnt wurde Neustadt als nova civitas in einer Urkunde des Bischofs von Würzburg aus dem Jahre 1232. In der Wegbeschreibung des Pilgers Abt Albert von Stade ist Neustadt 1236 als einer von 28 deutschen Etappenorten auf seinem Rückweg von Rom aufgeführt.

Das Oberamt des Hochstiftes Würzburg wurde 1805 nach der Säkularisation in Säkularisation Erzherzog Ferdinand III. (Toskana)Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtum Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 an das Königreich Bayern. Den Zusatz Bad bekam Neustadt am 1. Juli 1934 durch die Eingemeindung von Neuhaus (Bad Neustadt)Bad Neuhaus, weil Neustadt eine der ersten Städte war, die Adolf Hitler zur Machtergreifung gratuliert hatten.

Eingemeindungen und Einwohnerzahlen

Bad Neustadt (15.353 Einwohner; Stand 30. November 2009) besteht aus den Stadtteilen

  • Altstadt und Östliche Außenstadt (1702 Einwohner)
  • Westliche Außenstadt (2500)
  • Gartenstadt (2202)

zusammen 6404 Einwohner. Zwischen 1934 und 1978 wurden folgende Orte eingemeindet:

  • Bad Neuhaus (mit Mühlbach 917) (Eingemeindungsdatum: 1. Juli 1934)
  • Brendlorenzen (4497 Einwohner) (1. Mai 1978)
  • Dürrnhof (Bad Neustadt)Dürrnhof (279) (1. April 1971)

Bildung

Bad Neustadt ist Standort für insgesamt neun verschiedene Schulen:

  • Karl-Ludwig-von-Guttenberg-Grundschule Bad Neustadt
  • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Bad Neustadt
  • Hauptschule Bad Neustadt
  • Werner-von-Siemens-Realschule Bad Neustadt
  • Rhön-Gymnasium Bad Neustadt
  • Staatliche Wirtschaftsschule Bad Neustadt
  • Volkshochschule Bad Neustadt
  • Jakob-Preh-Schule, staatliche Berufsschule Bad Neustadt an der Saale
  • ESB-Gemeinnützige Gesellschaft für berufliche Bildung mbH (Ausbildung von Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten), seit 1998 eine Tochter-Gesellschaft der Rhön-Klinikum AG

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Margarethe Luther, geb. Lindemann (1459–1531), Mutter von Martin Luther
  • Johann Lindemann (Theologe) (1488–1554), evangelischer Theologe
  • Edmund Voit (1707–1780), Jesuitenpater, Theologieprofessor und Provinzial; Autor einer weltweit bekannten Moraltheologie.
  • Jordan Simon (1719–1776), katholischer Theologe
  • Kurt Wintgens (1894–1916), deutscher Kampfflieger im Ersten Weltkrieg
  • Willi Ankermüller (1901–1986), deutscher Jurist und Politiker
  • Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg (1902–1945), deutscher Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg
  • Elmar Schmähling (* 1937), Admiral der Bundeswehr
  • Theo Härder (* 1945), Professor der Informatik
  • Michel Pilz (* 1945), luxemburgischer Jazzmusiker
  • Joachim Rogosch (* 1957), Journalist
  • Uwe Müller (Autor)Uwe Müller (* 1960), deutscher Autor
  • Egon Endres (Sozialwissenschaftler)Egon Endres (* 1960), Professor für Sozialwissenschaften, Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule München
  • Benjamin Schöckel (* 1980), deutscher Fußballspieler

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben

  • Werner von Haxthausen (1780–1842), Deutscher Staatsbeamter und Philologe, Besitzer von Schloss Bad Neuhaus und Burg Salzburg
  • Franz Anton von Balling (1800–1875), deutscher Balneologe, Badearzt und Unternehmer
  • Joseph Georg von Ehrler (1833–1905), Bischof der römisch-katholischen Diözese Speyer
  • Leonhard Lochner (1914–2007), deutscher Ordenspriester (Ordo Sancti Augustini OSA) und Kloster-Bibliothekar
  • Johann Böhm (CSU)Johann Böhm (* 1937), bayerischer Politiker und Landtagspräsident (1994–2003)
  • Johannes Freiherr Heereman (* 1944), Jurist und geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes
  • Gerd Schröder (1959–2008), deutscher Unternehmer und Eishockey-Funktionär
  • Chris Mike (* 1961), deutscher Gitarrist, Musikproduzent und Komponist
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