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Bad Staffelstein

Die Stadt Bad Staffelstein liegt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels, im Gottesgarten am Obermain, der viele Sehenswürdigkeiten aufweist. Dazu zählen die von Balthasar Neumann erbaute Basilika Vierzehnheiligen, Kloster bzw. Schloss Kloster Banz und als Ausflugsziel der nahe Staffelberg.

Geographie

Geographische Lage

Bad Staffelstein erstreckt sich beiderseits des Mains, wobei die Kerngemeinde sich an dessen linkem Ufer befindet. Hausberg der Stadt ist der linksmainische Staffelberg mit einer Höhe von , rechtsmainisch erheben sich die hohen Eierberge.

Stadtgliederung

  • Altenbanz
  • End
  • Frauendorf (Bad Staffelstein)Frauendorf
  • Grundfeld
  • Gößmitz: Gemeindename bis 1875, dann Serkendorf
  • Hausen
  • Horsdorf
  • Kaider

:Kaider ist bekannt durch die St.-Marien-Kapelle, die, markant auf einem Hügel gelegen, von der vorbeiführenden Staatsstraße Bad Staffelstein–Wattendorf aus gut zu sehen ist.

:Kaider wurde erstmals am 12. Dezember 1299 urkundlich erwähnt. An diesem Tag verkaufte Albert von Giech, bambergischer Ritter, mit Zustimmung seiner ehelichen Wirtin Elisabeth und seines Bruders Kunimund (Kanoniker an der Bamberger Domkirche) alle seine Güter in Nuweseze (Neuses am Main), Redwitz an der Obristfeld und Dabermannsdorf (jetzt Kaider) an das Kloster Langheim. Der Kaufpreis betrug 126 Pfund Bamberger Denare. Der Ort wurde früher als Dabermannsdorf bezeichnet, die Verwendung des Ortsnamens Kaider ist jedoch spätestens seit 1542 nachgewiesen.

  • Krögelhof
  • Kümmersreuth
  • Loffeld, erstmals 1272 Lochelt/Lohefeld genannt, bedeutet am Wald gelegenes Feld.
  • Nedensdorf
  • Neubanz
  • Püchitz
  • Romansthal

:Das Dorf liegt auf etwa 365 bis . Dort befindet sich seit 1976 eine Außenstation der Abteilung Geologie des Geographischen Instituts der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die „schöne Schnitterin“ Eva Lämmlein, bekannt aus dem Gedicht Wanderfahrt von Joseph Victor von Viktor von Scheffel, wurde im Jahr 1839 in Romansthal geboren.

  • Schönbrunn
  • Schwabthal

:Schwabthal liegt sieben Kilometer östlich von Bad Staffelstein und hat etwa 200 Einwohner. Es ist durch die Reha-Klinik der Deutschen Rentenversicherung Berlin bekannt.

  • Serkendorf: Gemeindename ab 1875, vorher Gößmitz.

Staffelstein erschien erstmals um 800 im Codex Eberhardi, in dem der Gutsbezirk Kloster Banz beschrieben wurde. Seit der Mitte des 9. Jahrhunderts war der Ort im Besitz des Klosters Fulda, im 11. Jahrhundert kam er zum Fürstbistum Bamberg. Kaiser Lothar III. (HRR)Lothar III. verlieh im Jahr 1130 den Georgsbrüdern (den Kapitularen des Bamberger Doms) das Markt-, Bann- und Zollrecht für Staffelstein. Im Jahr 1418 waren vier Stadttore belegt. 1422 erhielt Staffelstein vom Bamberger Bischof Friedrich III. von Aufseß das Recht, eine Stadtbefestigung zu errichten. 1473 kam es aufgrund eines Angriffs des Ritters Ulrich von der Weide zu einem verheerenden Stadtbrand.

Während des Dreißigjähriger Dreißigjährigen Krieges nahmen die Schweden am 7. Februar 1633 die Stadt ein und zerstörten die Vorstadt. Die Pest von 1634 kostete 400 Menschenleben. Am 5. Juli 1684 kam es zu einem erneuten Stadtbrand, dem nahezu alle Häuser der Stadt zum Opfer fielen. Das heutige Stadtbild ist vom Wiederaufbau im barocken Stil geprägt. Die beiden bedeutendsten Kirchenbauten der näheren Umgebung, das Kloster Banz (Weihe 1719) und die Basilika Vierzehnheiligen (1772 vollendet) betonen ebenfalls den barocken Charakter der Gegend.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam das Hochstift Bamberger Fürstbistum und damit auch Staffelstein zum Königreich Bayern. Die Stadt erhielt 1846 mit dem Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn Anschluss an das Eisenbahnnetz der Bahnstrecke Bamberg–Hof. 1975 wurde eine 50 °C warme, stark solehaltige Thermalquelle in über tausend Meter Tiefe erschlossen. 1999 wurden ein Kurpark und zwei Gradierwerke geschaffen, die Stadt erhielt im Jahr 2001 den Namenszusatz Bad (Kurort)Bad.

Eingemeindungen

Die Gebietsreform in Kreisreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, brachte der Stadt entscheidende Veränderungen. Neben dem Landratsamt wurden auch andere Verwaltungsbehörden aufgelöst.

Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wiesen eingegliedert. Am 1. Juli 1976 kam Grundfeld hinzu. Durch die Gebietsreform in Gemeindegebietsreform, die am 1. Januar 1978 in Kraft trat, wurden die Ortschaften Banz, Schwabthal, Serkendorf, Stublang, Utzing und Wolfsdorf sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Niederzettlitz eingegliedert, sodass sich die Einwohnerzahl insgesamt annähernd verdoppelte.

Einwohnerentwicklung

  • 1900: 1.724
  • 1961: 4.625 (ohne die eingemeindeten Orte), 9.531 (mit den später eingemeindeten Orten)
  • 1970: 5.024 (ohne die eingemeindeten Orte), 9.804 (mit den später eingemeindeten Orten)
  • 1977: 4.985 (vor der Gemeindegebietsreform)
  • 1978: 9.881 (nach der Gemeindegebietsreform)
  • 2002: 10.629 (31. Dezember)
  • 2004: 10.684 (30. September)
  • 2005: 10.686 (30. Juni)
  • 2006: 10.631 (31. Dezember)
  • 2007: 10.613 (31. Dezember)
  • 2011: 10.636 (31. Dezember)

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2006 Jürgen Kohmann (CSU), der am 5. Februar 2012 wiedergewählt wurde.

Stadtrat

Stadtratswahl 2008

  • Christlich-Soziale Union in CSU 10 Stadträte
  • Freie Wähler FW 5 Stadträte
  • SPD SPD 3 Stadträte
  • Junge Junge Bürger (JB) 4 Stadträte
  • Staffelsteiner Bürger für Umwelt- und Naturschutz (SBUN) 2 Stadträte

Stadtratswahl 2002

  • CSU 12 Stadträte
  • FW 5 Stadträte
  • SPD 4 Stadträte
  • Junge Bürger (JB) 2 Stadträte
  • Staffelsteiner Bürger für Umwelt- und Naturschutz (SBUN) 1 Stadtrat

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museum der Stadt Bad Staffelstein
  • Petrefaktensammlung Schloss Kloster Banz

Bauwerke

  • Das Rathaus (von 1684 bis 1687 erbaut unter Verwendung des spätmittelalterlichen Erdgeschosses), ist ein dreigeschossiges fränkisches Fachwerkhaus und prägt den Marktplatz (Städtebau)Marktplatz der Stadt.
  • Der Bamberger Turm (im Alltag einfach Stadtturm genannt) ist der einzige erhaltene Turm der Stadtbefestigung und stammt im Kern aus dem Jahr 1422. Seit einigen Jahren wird er für Kunstausstellungen genutzt.
  • Katholische Pfarrkirche St. Kilian und Georg aus dem 14. und 15. Jahrhundert
  • Mittelalterliche katholische St.-Anna-Kapelle, 1684 durch Stadtbrand zerstört, 1693/94 wiederaufgebaut
  • St.-Georgs-Kapelle, 1413 erstmals erwähnt, 1473 und 1684 zerstört, 1728 wiederaufgebaut
  • Katholische Heilig-Kreuz-Kapelle vor dem Bamberger Tor, 1677/78 in nachgotischen Formen erbaut
  • Stadtbrunnen mit der Figur des heiligen Johann Nepomuk auf geschwungenem Sockel (um 1730)
  • Überlebensgroße Adam-Ries(e)-Bronze-Skulptur in der Bahnhofstraße im Fußgängerzonenbereich, geschaffen vom Bildhauer Andreas Krämmer, enthüllt zum 450. Todestag des Rechenmeisters im November 2009
  • Basilika Basilika Basilika Vierzehnheiligen
  • Schloss bzw. Kloster Banz
  • Statue der Staffelsteiner Legende Pass Auf von Hubert Weber (Künstler)Hubert Weber in der Bahnhofstraße
  • Denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude aus Sandsteinquadern, erbaut 1845 nach den Plänen von Friedrich Bürklein
  • Evangelische Dreieinigkeitskirche (erbaut 1957)

Baudenkmäler

→ Liste der Baudenkmäler in Bad Staffelstein

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Großer SKK-Karneval, Fastnacht und Faschingsball (Januar)
  • Staffelsteiner Autofrühling (März)
  • Obermain-Marathon (April)
  • Oldtimer-Treffen oder Oldtimer-Freunde (Mai/Juni)
  • Songs an einem Sommerabend (Juli)
  • Altstadtfest (Ende Juli)
  • Schützenfest (Juni)
  • Kultparty (Samstag vor 1. Advent)
  • Corpsphilistertreffen der Coburger und Bamberger AHSCe; Schnefter und Kommers (September)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Bad Staffelstein liegt an der Bahnstrecke Bamberg–Hof.

Öffentliche Einrichtungen

Bäder

  • Aquariese (Freizeitbad)
  • Obermain-Therme (Thermalbad)
  • Badesee Bad Staffelstein

Bildung

  • Adam-Riese-Schule (Grund- und Mittelschule)
  • Ivo-Hennemann-Grundschule
  • Viktor-von-Scheffel-Schule (Staatliche Realschule Bad Staffelstein)
  • Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege St. Kunigund (Vierzehnheiligen)
  • Zivildienstschule (jetzt Bildungszentrum des Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche BAFzA)

Gastronomie

Bad Staffelstein hat mehrere Gasthäuser: etwa die seit 1812 im Familienbesitz befindliche Brauereigaststätte Hellmuth, die seit 1756 das Braurecht besitzt und 1812 von einem Vorfahren der Familie Hellmuth übernommen wurde.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Berühmtester Staffelsteiner ist der Rechenmeister Adam Ries (1492–1559). Bis ins 18. Jahrhundert wurden seine Rechenbücher als Lehrmittel in den Schulen verwendet. Heute noch kennt man den Spruch „Das macht nach Adam Ries(e) …“.
  • Pankraz von Dinkel (1811–1894), Liste der Bischöfe von Bischof von Bistum Augsburg 1861 bis 1894
  • Johann Baptist Schubert (1847–1920), Pädagoge und Vorsitzender des Bayerischer Lehrer- und Bayerischen Volksschullehrervereins
  • Paul Böhmer (Ringer)Paul Böhmer (1907–1983), Ringer
  • Hubert Weber (Künstler)Hubert Weber (1920-2013), Kunstmaler und Bildhauer

Literatur

Antiquarisch

  • Heinrich Karl: Staffelsteiner Chronik. Staffelstein 1905.
  • Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Staffelstein. In: Karl-Ludwig Lippert: Bayerische Kunstdenkmale. Band XXVIII. München 1968.

Aktuell

  • Karl-Ludwig Ostertag-Henning: Der Apfelbaum im Gottesgarten, Staffelstein 1998, ISBN 3-9802943-6-6.
  • Arbeitskreis Kunst der Kultur-Initiative Staffelstein (Hrsg.): Bildende Kunst in Staffelstein. Band 1, Staffelstein 2000, ISBN 3-9802943-8-2.
  • Günter Dippold und Alfred Meixner (Hrsg.): Staffelsteiner Lebensbilder. Staffelstein 2000, ISBN 3-9802943-9-0.
  • Günter Dippold: Bad Staffelstein. Kleinod im Gottesgarten am Obermain. Stuttgart 2001, ISBN 3-09-303893-6.
  • Arbeitskreis Kunst der Kultur-Initiative Staffelstein (Hrsg.): Bildende Kunst in Staffelstein. Band 2, Bad Staffelstein 2002, ISBN 3-935302-01-0.
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