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Bodenmais

Bodenmais ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Regen und Heilklimatischer Kurort. Er ist bekannt für sein Bergwerk und für den Silberberg (Bodenmais)Silberberg.

Geographie

Geographische Lage

Bodenmais liegt tief im Bayerischer Bayerischen Wald und zwar südwestlich am Fuße des Großer Großen Arbers, dem höchsten Berg in Bayern außerhalb der Alpen.

Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde Bodenmais hat 19 amtlich benannte Ortsteile:

  • Bergwinkl
  • Bodenmais
  • Böhmhof
  • Glashütte
  • Harlachberg
  • Karlhammer
  • Klause
  • Kohlplatz
  • Kothinghammer
  • Kreuzseign
  • Mais
  • Miesleuthen
  • Mooshof
  • Oberlohwies
  • Silberberg
  • Sternhammer
  • Unterlohwies
  • Untersteinhaus
  • Waid

Geschichte

Der Bayerische Wald, inmitten des größten zusammenhängenden Waldgebirges Deutschlands liegend, findet in den Geschichtsbüchern schon früh Erwähnung. Gerodet wurde das Gebiet zuerst von Mönchen, dann von einigen wenigen Siedlern, die sich in dem „Urwaldgebiet“ niederließen. Der erste urkundliche Bericht über Bodenmais findet sich im Urbar (Verzeichnis)Urbar der Wittelsbach#Herzöge von bayerischen Herzöge um das Jahr 1300, in dem vom „Item das Goldwerch ze Pabenmaiz“, berichtet wird. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde in den Gruben bei Bodenmais, genannt „des Allmächtigen Gottes Gabe“, nach Silber gegraben, um 1485 erhielt der Ort vom bayerischen Herzog Albrecht IV. (Bayern)Albrecht IV. besondere Privilegien, durch den großen Freiheitsbrief von 1522 wurde der Ort zur „vollkommen gefreiten Bergstadt“ erhoben.

Nachdem die Gewinnung von Edelmetallen zurückging, stellte sich das Bergwerk 1542 auf die Erzeugung von Vitriol um, das damals zum Färben der Stoffe Verwendung fand. Mit der Umwandlung in eine Hofmark 1580 erloschen die Rechte der freien Bergstadt. Ab 1760 geriet der Absatz von Vitriol ins Stocken. Durch ein neues Verfahren, Potée (Polierrot) zu erzeugen, die zum Schleifen der Gläser und Polieren der Spiegel Verwendung fand, erlebte das Werk in den Jahren 1870 bis 1914 seine größte Blütezeit. Bodenmaiser Potée ging in die ganze Welt. Aber durch die Entwicklung neuer chemischer Herstellungsverfahren war man bald nicht mehr konkurrenzfähig. Die letzte Schicht wurde am 27. Mai 1962 gefahren.

Nachdem sich schon ab dem 15. Jahrhundert Glashütte (Produktionsstätte)Glashütten im Bodenmaiser Raum ansiedelten, wurde Bodenmais nach 1945 innerhalb von 30 Jahren zum Glasveredlungszentrum und bietet heute die größte Bleikristallauswahl Deutschlands. Da sich hier, abseits der großen Verkehrsverbindungen, keine Industrie, außer der Glasindustrie, ansiedeln wollte, hat man frühzeitig den Fremdenverkehr als Erwerbsmöglichkeit erkannt. Der Ursprung geht schon zurück auf das Jahr 1883, in dem in Bodenmais der Bayerischer Wald-Bayerische Wald-Verein gegründet wurde. Nach dem Krieg wurde der Fremdenverkehr weiter ausgebaut und Bodenmais zum bekanntesten und meistbesuchten Kurort des Bayerischen Waldes.

1945 wurde Bodenmais zum Luftkurort erklärt und 1958 zum Markt erhoben. 1962 begann man mit dem Bau eines beheizten Freibades, 1967 erfolgte der Kurhausbau, und 1972 konnte das Hallenbad in Betrieb genommen werden. 1989 erfolgte die Fertigstellung des neuen Rathauses mit Kurverwaltung, der Tiefgarage und des Kurparks. Als Abschluss der Bemühungen des Ortes im touristischen Bereich erhielt man im Dezember 1992 das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“.

Einwohnerentwicklung

  • 1970: 3.288 Einwohner
  • 1987: 3.331 Einwohner
  • 2000: 3.466 Einwohner

Politik

Marktgemeinderat

Nach der Kommunalwahlen in Bayern 2008Kommunalwahl am 2. März 2008 ergibt sich die folgende Sitzverteilung im Marktgemeinderat:

 
-
  Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)  7 Sitze  −1 Sitz  45,2 % der Stimmen
-
  SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)  5 Sitze  +1 Sitz  31,2 % der Stimmen
-
  Freie Wähler Freie Wählergemeinschaft Bodenmais   4 Sitze  ±0 Sitze  23,6 % der Stimmen

Bürgermeister

  • 1919 bis 1933: Josef Weikl
  • 1933 bis 1945: Josef Eberhardt (NSDAP)
  • 1945: Josef Weikl
  • 1946 bis 1948: Johann Gürster (CSU)
  • 1948 bis 1952: Josef Weikl (parteilos, SPD gestützt)
  • 1952 bis 1956: Leopold Fleischmann (parteilos, SPD und Bayernpartei gestützt)
  • 1956 bis 1990: Siegfried Weikl (CSU)
  • 1990 bis 2008: Fritz Wühr (CSU)
  • 2008 bis 2011: Michael Adam (Politiker)Michael Adam (SPD)
  • seit 2012: Joachim Haller (CSU)

Finanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.936.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 583.000 Euro.

Die Gemeinde hatte 2009 insgesamt 16,87 Millionen Euro Schulden. Die Lohn- und Einkommenssteuer der Bürger der Gemeinde betrugen 4,3 Millionen Euro. Es wurden 117,8 Millionen Euro Umsatzsteuer erwirtschaftet. Davon 41 % im Dienstleistungsgewerbe, 34 % im produzierenden Gewerbe und 26 % im Hotel- und Gastgewerbe.

Wappen

Aufgrund eines entsprechenden Beschlusses des Gemeinderates und Zustimmung des Staatsministeriums des Innern, belegt durch Ministerialentschließung vom 4. Februar 1959, führt die Gemeinde Bodenmais das nachstehend beschriebene Wappen.

Beschreibung: „Geteilt durch den Umriss des Silberbergs in Blau und Silber; oben der goldene Kurhut mit silbernem Hermelinbesatz, unten gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzer Bergmannshammer.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche: Die Bodenmaiser Kirche wurde 1804/05 in der Mitte des Marktplatzes erbaut, und zwar so, dass sie in Richtung des Silberbergs zu stehen kam. 1955/56 wurde die Kirche durch den Anbau eines Oktogons erweitert. Den Altar schmückt eine Nachbildung des Gnadenbildes von Loreto (ein Geschenk des Kurfürsten), das bereits am 16. Juni 1705 (Namenstag des Heiligen Benno) in einer feierlichen Prozession von Maisried (Böbrach) nach Bodenmais übertragen wurde. Zur Erinnerung daran findet jedes Jahr ein „Umgang“ mit fünftägigem Volksfest statt, bei dem das Gnadenbild mitgetragen wird.
  • Historisches Besucherbergwerk am Silberberg (Bodenmais)Silberberg: Seit 1962 steht das Silberbergwerk interessierten Besuchern als Schaubergwerk offen. 1998 erwarben sechs ehemals im Bergwerk Beschäftigte das Werk mit den dazugehörigen Liegenschaften und betreiben seither das Historische Besucherbergwerk im Silberberg.
  • mehrere Glasbläsereien: Die größte und bekannteste ist die Joska Joska-Glasbläserei, die unter anderem Pokale für den Wintersport herstellt.
  • Altes Rathaus mit Sonderausstellung über die Geschichte des Bergbaus und der Vitriolhütte am Silberberg in Bodenmais

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 41, im produzierenden Gewerbe 427 und im Bereich Handel und Verkehr 194 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 737 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.086. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 3 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 405 ha. Davon waren 18 ha Ackerfläche und 388 ha Dauergrünfläche.

Zur Förderung der Tourismus wurde Mitte 2007 von der Marktgemeinde Bodenmais und dem Verein Wirtschaft und Tourismus die Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH (BTM) gegründet. 60 % der Geschäftsanteile liegen bei der Gemeinde, 40 % beim Verein. Geschäftsführer der BTM wurde Andreas Lambeck. Das Geschäftsvolumen der Tourismus & Marketing GmbH lag im Jahr 2009 bei 2,6 Millionen Euro. Im Jahr 2010 lagen die Einnahmen der BTM bei rund 3,4 Millionen Euro.

Übernachtungszahlen

 
-
Jahr  Gästeankünfte  Übernachtungszahlen  Übernachtungen/Gast
-
1995  108.921995.505  9,1
-
2000  110.282854.880  7,8
-
2005  101.057708.672  7,0
-
2006  94.648661.611  7,0
-
2007  97.183657.727  6,8
-
2008  120.822782.259  6,5
-
2009  138.556 846.868  6,1
-
2010  147.895 865.120  5,9

Verkehr

Seit 1928 ist Bodenmais Endpunkt der Bahnstrecke Zwiesel–Bodenmais. Sie wird heute von der Waldbahn (Regentalbahn)Waldbahn im Auftrag von DB Regio im Stundentakt von Regionalbahnen der Relation Bahnhof Zwiesel–Bodenmais befahren.

Hier gilt das Bayerwald-Ticket als Tagesticket für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau. Die Einführung der GUTi (Verkehrskonzept)GUTi genannten Erweiterung der örtlichen Kurkarte zum Fahrschein in diesem Tarifgebiet wurde durch den Marktgemeinderat Ende Juli 2010 abgelehnt.

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen und 89 Kindern
  • Volksschule mit 21 Lehrern und 320 Schülern
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