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Oberstaufen

Oberstaufen ist ein Markt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Ortsteile

  • Thalkirchdorf
  • Steibis
  • Aach im Aach

Geschichte

In einer Beurkundung des Fürstabtei St. Klosters St. Gallen vom 20. Dezember 868 n. Chr. wird der Ort Stoufun erstmals erwähnt. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Er war ehemals ein Teil der Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die von den Besitzern 1804 gegen Güter in Ungarn vertauscht worden war. Am 12. Februar 1921 wurde die Gemeinde Staufen amtlich in Oberstaufen umbenannt. Die Gemeinden Aach, Oberstaufen und Thalkirchhof bildeten früher zusammen mit Stiefenhofen eine Einheit und waren 1808 aufgeteilt worden. 1949 führte der Kurarzt Hermann Brosig die Schrothsche Heilkur ein. Mit der Verleihung des Prädikats „Schrothkurort“ am 30. November 1959 wurde Oberstaufen offiziell als einziger Schrothkurort der Bundesrepublik anerkannt. Am 10. Dezember 1969 erfolgte die Anerkennung Oberstaufens als Heilklimatischer Kurort. Seit 1991 hat Oberstaufen die höchste deutsche Stufe der Kurortklassifikation erreicht, ohne den Ortszusatz „Bad“ für sich in Anspruch zu nehmen: Schroth-Heilbad.Oberstaufen ist ferner Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftprojekts Naturpark Nagelfluhkette.siehe auch Burg Burgruine Thurn

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1970 wurde ein Teil der bis Gemeinde Stiefenhofen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Zusammenlegung mit Aach im Allgäu und Thalkirchdorf zur neuen Gemeinde Oberstaufen.

Ehemalige Veranstaltungen

  • Mit den Rennen um den Staufenpokal wurden von 1962 bis 1992 alpine Skirennen in Oberstaufen ausgetragen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (Oberstaufen)St. Peter und Paul ist ein ehemaliges Kollegiatstift der Diözese Augsburg.
  • Die gotische Kapelle St Bartholomäus in Zell bei Oberstaufen aus dem Jahr 1440 mit ihren drei gotischen Altären und originalen Fresken aus dem 15. Jahrhundert.
  • Heimatmuseum „Beim Strumpfar“
  • Bauernhofmuseum „S‘Huimatle“
  • Schaukäserei mit Käseschule

→ Liste der Baudenkmäler in Oberstaufen

Sport

Sommersport

  • Erlebnisbad „Aquaria“
  • Freibad Thalkirchdorf
  • 12 Tennis-Freiplätze, davon sechs in Oberstaufen, vier in Thalkirchdorf und zwei in Steibis.
  • Zwei ansässige Golfclubs mit 18 Löchern in Oberstaufen-Steibis und 27 Löchern im Golfclub Oberstaufen im Ortsteil Buflings.
  • Gipfelstation der Hündle-Doppelsesselbahn auf ca. 1.100 Meter. Fünf Gehminuten von der Bergstation entfernt liegt die Obere Hündle-Alpe, wo man bei der Käseherstellung zusehen kann. Weiters gibt es dort eine ca. 850 m lange Sommerrodelbahn und einen Minigolf-Platz.
  • Ab Steibis erreicht man mit der Hochgratbahn, einer Kleinkabinenbahn, in 18 Minuten die Bergstation am Hochgrat (mit 1834 m höchster Berg im westlichen Allgäu).
  • Die Imbergbahn führt direkt auf den Imbergkamm.

Wintersport

  • Skiregion Oberstaufen mit insgesamt 28 Aufstiegshilfen in die Skigebiete, 40 km maschinell gepflegten Pisten. Insgesamt 100 Kilometer präparierte Loipen werden rund um Oberstaufen gespurt (klassisch 100 km, Skating 70 km). Eine Besondererheit ist die 50 km lange Fernwanderloipe vom Großer Alpsee zum Waldsee bei Lindenberg im Lindenberg. Nachts beleuchtet und für Anfänger geeignet ist die 2 km lange Kalzhofer-Loipe, ein Rundkurs. Schneesicher bis in den Mai sind die auf 1200 bis 1300 m Höhe befindlichen Hädrich-Loipen (5 bis 10 km, für Anfänger und Geübte).
  • Skigebiet Hündle/Thalkirchdorf mit 8er Gondelbahn und 10 Liften, 14 km Abfahrtslänge.
  • Sinswangerlifte (zwei Schlepplifte, ein Übungslift, Flutlichtanlage).
  • Die Skiarena Steibis am Imberg mit 8er Gondelbahn und Rodelbahn
  • Hochgratbahn Oberstaufen-Steibis mit 5 bis 6 km langen Abfahrten. An den Nacht- und Vollmondfahrten wird die Unterlauchabfahrt (6 km) für Rodler geöffnet.
  • Schneeschuhwanderungen
  • 600 m² großer Kunsteisplatz mit Möglichkeiten zum Eisstockschießen, Eishockeyspielen oder Schlittschuhlaufen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Franz Mader (1839–1925), Buchbindermeister, Ehrenbürger 1919 aufgrund seiner Verdienste um die Ortsfeuerwehr und als Ortsausschussmitglied
  • Gottfried Resl (1865–1932), bischöfl. Geistl. Rat, Ehrenbürger 1920 aufgrund seiner Verdienste als Pfarrer
  • Johann Aichele (1868–1953), Altbürgermeister, Ehrenbürger 1929 aufgrund seiner Verdienste um die Gemeinde
  • Wilhelm Hertlein (1890–1969), Altbürgermeister, Ehrenbürger 1960
  • Max Ostheimer (1900–1975), bischöfl. Geistl. Rat, Ehrenbürger 1960 aufgrund seiner Verdienste als Pfarrer
  • Hermann Brosig (* 3. April 1906 in Schroppengrund in Schlesien; † 5. Mai 1994 in Oberstaufen), Kurarzt und Begründer der Schroth-Kur in Oberstaufen, seit 1971 Ehrenbürger von Oberstaufen, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Ottmar Burkart, Oberlehrer, Ehrenbürger in Aach 1928
  • Constantin Wiedemann (1880–1969), Pfarrer, Ehrenbürger in Thalkirchdorf 1964
  • Johanna Winkler (1902–?) Oberlehrerin, Ehrenbürgerin in Thalkirchdorf 1964

Söhne und Töchter der Stadt

  • Franz Joseph Mahler (* 1795 in Staufen; † 1845 in München), Instrumentenbauer und Erfinder
  • Ernst Hürlimann (* 1921; † 2001), Architekt und Karikaturist
  • Heidi Biebl (* 1941), Olympiasiegerin im Ski-Abfahrtslauf bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley, USA
  • Barbara Henneberger (* 1940; † 1964), Skirennläuferin und olympische Bronzemedaillen-Gewinnerin im Slalom 1960
  • Peter Ebenhoch (* 26. Juli 1953), Maler und Graphiker, Buchillustrator
  • Manfred Hürlimann (* 1958), Maler und Zeichner
  • Birgitta Weizenegger (* 1970), Schauspielerin
  • Toni Steurer (* 1978), Extremskitourensportler sowie Bergsteiger und -kletterer

Weitere Persönlichkeiten

  • Christl Christl Cranz-Borchers (* 1. Juli 1914 in Brüssel; † 28. September 2004 in Oberstaufen-Steibis), Olympiasiegerin in der Alpinen Kombination bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen
  • Josef Aurel Stadler (* 1778; † 1837), Agrarreformer und Pionier der Allgäuer Hartkäseherstellung nach Schweizer Art (Emmentaler)
  • Wilhelm Stumpf (* 30. März 1873 in Weimar; † 27. August 1926 in Oberstaufen), Landschafts- und Porträtmaler, Illustrator
  • Georg Bentele-Ücker (* 6. März 1931 in Obermaiselstein), Bildhauer, Träger des Kulturpreis des Landkreises Kulturpreises des Landkreis Oberallgäu

Verkehrsanbindung

Unmittelbar südlich des Ortskerns verläuft die Bundesstraße 308 von Lindau (Bodensee)Lindau über Lindenberg an Oberstaufen vorbei und weiter nach Immenstadt am Alpsee.

Ebenso verläuft dort die Eisenbahnlinie der Allgäubahn (Bayern) (München–Lindau).

Soziales

Seit September 2008 gibt es einen offenen Jugendtreff: Das Jugendhaus Pangäa in Oberstaufen. Insbesondere für die anderen Altersgruppen (Kinder, Erwachsene/Senioren) ist das Familienzentrum Oberstaufen aktiv. Ferner finden sich der Förderverein Staufner Kinder e.V., der Frauenbund Oberstaufen und der Kindergartenförderverein Thalkirchdorf. Im regen Vereinsleben wird zudem ein weites soziales Umfeld geboten.

Weiteres

Oberstaufen wurde 2010 vom ADAC mit dem ADAC-Tourismuspreis für die Mehrwert-Gästekarte „Oberstaufen PLUS“ ausgezeichnet. Für dieses Angebot erhielt der Kurort auch den „Deutschen Tourismuspreis 2009“.

Oberstaufen war die erste Gemeinde in Deutschland, deren Bilder auf Google Street View abrufbar waren. Am 2. November 2010 wurden die Fassadenbilder freigegeben. Vorausgegangen war eine Aktion der Oberstaufen Tourismus und Marketing GmbH im August, welche bei den Protesten nach der Ankündigung von Google, den Dienst auch in Deutschland zu starten, nach eigenen Angaben die Chance auf mehr Tourismus erkannte. Dazu wurde eine Torte für Google gebacken und ein Foto dieser Torte bei Facebook veröffentlicht. Nach einigen Medienberichten wurde auch Google auf die Gemeinde aufmerksam. In anderen Metropolen wurden lediglich Sehenswürdigkeiten freigeschaltet.

Für die strategische Umsetzung der Kampagne um Google Street View erhält Oberstaufen im Mai 2011 den „PR Report Award“ in der Kategorie Corporate Media (intern/extern).

Literatur

  • Oberstaufen – Heimatbuch des Marktes Oberstaufen und der ehemaligen Reichsherrschaft Staufen, Weiler i. A. 1983
  • Kapellenführer: Du führst mich hinaus ins Weite, ISBN 978-3-00-030953-3 (Heft mit den Beschreibung aller Kirchen und Kapellen in und um Oberstaufen)
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