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Schönau am Königsee

Schönau am Königssee (amtlich: Schönau a.Königssee) ist eine Gemeinde (Deutschland)Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Zum Gemeindegebiet gehört der fjordartig eingebettete, bis zu 190 m tiefe Königssee mit St. Bartholomä (Schönau am Königssee)St. Bartholomä.

Geografie

Geografische Lage

Schönau am Königssee gehört zum Regierungsbezirk Oberbayern im Freistaat Bayern und ist Teil der hochalpinen Region im südlichen Landkreis Berchtesgadener Land. Gemeinsam mit den benachbarten Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg und Ramsau bei Berchtesgaden liegt Schönau am Königssee innerhalb der geomorphologischen Einheit Berchtesgadener Talkessel und ist nahezu völlig von den Berchtesgadener Alpen umgeben, deren Gebirgsstöcke sich wiederum im Osten, Süden und Südwesten ins österreichische Bundesland Salzburg (Bundesland)Salzburg erstrecken.

Schönau am Königssee ist die südöstlichste Gemeinde Deutschlands, die im Westen vom Tal der Ramsau und im Norden vom Markt Berchtesgaden begrenzt wird. Im Osten und Süden bilden die Gebirgsstöcke vom Hoher Hohen Göll, Hagengebirge und Steinernes Steinernen Meer die gemeinsame Grenze zum benachbarten Land Salzburger Land. Vom nördlichen Ufer des Königssees fließt die mit einem Stauwehr geregelte Königsseer Ache Richtung Berchtesgaden ab. In Berchtesgaden vereinigt sie sich vor dem Berchtesgaden Berchtesgadener Hauptbahnhof mit der Ramsauer Ache und heißt ab hier Berchtesgadener Ache.

Gemeindegliederung

Die Gemeinden Schönau und Königssee wurden 1978 im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zusammengelegt zur Gemeinde „Schönau am Königssee“. Die Gemeinde besteht aus insgesamt sieben Ortsteilen, nämlich aus sechs Gnotschaften sowie der Einöde St. Bartholomä.

Die nur im Sommer bewirtschafteten Almhütten wie Saletalm am Südufer des Königssees und Fischunkelalm am Obersee (Königssee)Obersee zählen nicht als Ortsteile, ebenso wenig die Wildfütterung (ehemaliger Jagdstand) Im Reitl gegenüber von St. Bartholomä sowie die Bootsanlegestelle Kessel am Ostufer des Königssees.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden auf deutscher Seite gehören wie Schönau am Königssee selbst zum Landkreis Berchtesgadener Land. Im Nordosten auf rund 400 Metern das Gemeindefreies gemeindefreie Gebiet Eck und Berchtesgaden, im Nordwesten Bischofswiesen und im Westen Ramsau bei Berchtesgaden. Von Südwesten bis Osten stößt die Gemeinde an die deutsch-österreichische Staatsgrenze mit den dahinterliegenden österreichischen Gemeinden Saalfelden (Südwesten) und Maria Alm (Süden) im Bezirk Zell am See, Werfen (Südosten) im Gerichtsbezirk Sankt Johann im Pongau und Golling an der Golling (Osten) im Bezirk Hallein.

Geschichte

Urgnotschaft des Klosterstifts Berchtesgaden

In dem ersten Steuerbuch des Fürstpropstei Berchtesgadener Landes von 1456 wird Schönau als eine seiner acht „Urgnotschaften“ mit acht „Gnotschaftsbezirken“ und ihren sie betreuenden „Gnotschaftern“ aufgeführt. Als Gnotschaft hatte Schönau wie die anderen bis zur Säkularisation im Jahre 1803 Bestand und dürfte sich bereits Ende des 14. Jahrhunderts im Zuge des 1377 ausgestellten „Landbriefs“ von Propst Ulrich I. Ulrich Wulp herausgebildet haben.

Säkularisation, Anschluss an Bayern

1803 wurde die Fürstpropstei Berchtesgaden aufgelöst und das Berchtesgadener Land verlor damit seine politische Eigenständigkeit. Nach drei kurz hintereinander folgenden Herrschaftswechseln wurden 1810 dessen Gebiet und seine Ortschaften dem Königreich Bayern angegliedert und Schönau in die zwei selbständigen politischen Gemeinden Schönau und Königssee geteilt. → Siehe zu diesem Absatz auch die Abschnitte: Fürstpropstei Berchtesgaden#Geschichte und Fürstpropstei Berchtesgaden#Religion / Religion / Kirchengeschichte in Fürstpropstei Berchtesgaden

Von 1909 bis 1965 war die Gemeinde durch die Königsseebahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Alle vier Stationen der Strecke lagen auf dem Gemeindegebiet. Ausgangspunkt war der Königsseer Bahnhof auf dem einstigen Triftplatz (Schönau am Königssee)Triftplatz gegenüber dem Berchtesgaden Hauptbahnhof Berchtesgaden.

Zeit des Nationalsozialismus

Das für die Gemeinden Schönau und Königssee zuständige Bezirksamt Berchtesgaden wurde 1939 in Landkreis Berchtesgaden mit gleichem Zuständigkeitsbereich umbenannt.

1944 wurden die wertvollen Kunstgegenstände und Gemälde aus dem in Unterschönau am Bahnhof Unterstein abgestellten Hermann Göringzug ins Haus Hubertus gebracht, das Ludwig Ganghofer als Vorlage für seinen Roman Schloß Hubertus (Roman)Schloss Hubertus diente.

Nachkriegszeit

Am 1. Juli 1972 sind die Gemeinden Schönau und Königssee dem neuen und erweiterten Landkreis Berchtesgadener Landkreis Bad Reichenhall angegliedert worden, der wiederum am 1. Mai 1973 in Landkreis Berchtesgadener Land umbenannt wurde.

Am 1. Mai 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Zusammenlegung der Gemeinden Schönau (westlich der Königsseer Ache) und Königssee (östlich der Königsseer Ache einschließlich der separaten Gemarkung Forst St. Bartholomä) zur Einheitsgemeinde „Schönau am Königssee“.

Am 1. Januar 1984 wurden die großen Gemeindefreies gemeindefreien Gebiete Forst Königssee und Forst St. Bartholomä im Süden eingemeindet, bestehend aus dem See mit Umgebung bis zur österreichischen Grenze (ein kleinerer Teil von Forst Königssee wurde nach Berchtesgaden eingemeindet).

Geografisch-soziokulturelle Zuordnungen

Schönau am Königssee liegt innerhalb der von der Gebirgsgruppe der Berchtesgadener Alpen umschlossenen geomorphologischen Einheit Berchtesgadener Talkessel, in der sich in den nahezu deckungsgleichen historischen Grenzen des Fürstpropstei fürstpropstlichen Kernlandes die Kulturlandschaft Berchtesgadener Land herausgebildet hat. Diese Kulturlandschaft grenzt sich noch heute soziokulturell unter anderem vom benachbarten Chiemgau und innerhalb des gleichnamigen Landkreis Berchtesgadener Landkreises Berchtesgadener Land vom vormals Herzogtum herzoglich bayerischen Bad Reichenhall und vom einst zum Fürsterzbistum Salzburg gehörenden Rupertiwinkel ab. Somit gingen und gehen für Schönau am Königssee zuständige Gemeindeverband (Deutschland)Gemeindeverbände und Gebietskörperschaft (Deutschland)Gebietskörperschaften wie der vormalige Landkreis Berchtesgaden und der jetzige Landkreis Berchtesgadener Land der Fläche wie auch den zugehörigen Gemeinden nach weit über die soziokulturelle Begriffseinheit Berchtesgadener Land hinaus.

Bezogen auf die Kulturlandschaft Berchtesgadener Land zählt in der Gemeinde u. a. die Weihnachtsschützen-Gesellschaft Oberherzogberg und der Königsseer Weihnachtsschützenverein zu den Gründungsmitgliedern der 1925 gegründeten Berchtesgadener Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat (Deutschland)Gemeinderat Schönau am Königssee besteht aus 20 Gemeinderäten und dem Bürgermeister. Nach der der letzten Kommunalwahlen in Bayern 2008Kommunalwahl am 2. März 2008 stellt sich die Sitzverteilung wie folgt dar:

  • 11 für Christlich-Soziale Union in CSU, inkl. 1. und 3. Bürgermeister
  • 8 für Freie Wählergemeinschaft Bischofswiesen (FWG), inkl. 2. Bürgermeister
  • 1 für Sozialdemokratische Partei SPD
  • 1 für Bündnis 90/Die Grünen

Bürgermeister

Erster Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee ist Stefan Kurz (Christlich-Soziale Union in CSU).

Der Wellenbalken (Königssee) und die Kapelle St. Bartholomä verweisen auf die geographische Lage der Gemeinde. Die sogenannten „Sulzbacher Lilien“ in den Ecken sind dem Wappen der Fürstpropstei Berchtesgaden entnommen, dem das Gemeindegebiet bis 1803 angehörte. Die Sulzbach (Adelsgeschlecht)Grafen von Sulzbach waren das Gründergeschlecht bzw. die Stifter der Propstei Berchtesgaden. Die rechte Lilie mit einem Schnitzwerkzeug verweist auf die Holzbearbeitung innerhalb der Gemeinde, die linke Lilie mit Ahornblatt auf das Naturschutzgebiet (Nationalpark) Königssee. Die „Postsport-Gemeinschaft Berchtesgaden“ wurde 1960 mit den Abteilungen Fußball, Ski Alpin, Eisstockschießen und Kegeln gegründet und schloss sich 1961 als selbständiger Zweigverein der SG Schönau an. 1968 erfolgte die Umbenennung in „Postsportverein-Berchtesgaden“, der sich noch um die Abteilungen Leichtathletik, Freizeitsport, Tennis, Langlauf, Triathlon und Bergsport erweiterte.

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Schönau ist eine Fremdenverkehrsgemeinde mit ca. 8.000 Gästebetten in 20 Hotels, 16 Gästehäusern, 118 Pensionen und 578 Privatquartieren. Die Gemeinde ist mit Sitz und Stimme im Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee vertreten.

Öffentliche Einrichtungen

Die Gnotschaft Oberschönau (Schönau am Königssee)Oberschönau ist Sitz der Gemeindeverwaltung und der katholischen Pfarrei.

Im Ortsteil Unterschönau (Schönau am Königssee)Unterschönau befindet sich die weltweit erste Kunsteisbahn für Rennrodeln, Bob und Skeleton (Sportart)Skeleton, siehe Kombinierte Kunsteisbahn am Königssee.

Im Gemeindegebiet steht der Sender Berchtesgaden der Deutsche Deutschen Funkturm GmbH, der vom Bayerischer Bayerischen Rundfunk genutzt wird. Das Sendegebiet ist der Markt Berchtesgaden, die nähere Umgebung von Schönau und der nördliche Königssee. Am Mast des Senders sind außerdem die beiden Monitorempfänger der GALILEO Test- und Entwicklungsumgebung angebracht.

Der Triftplatz (Schönau am Königssee)Triftplatz an der Gemeindegrenze zu Berchtesgaden gegenüber dem Berchtesgaden Hauptbahnhof Berchtesgaden wird für einen halbjährlich abgehaltenen Rummelplatz sowie für Flohmärkte und Festzelte genutzt.

Trivia

2003 wurde auf dem großen Parkplatz beim Königssee ein Musical-Zelt errichtet. Hierin wurden nach dem Roman Der Mann im Salz von Ludwig Ganghofer das Salzsaga-Musical und an Ostern 2004 das Musical 2000 Jahre Jesus inszeniert. Der finanzielle Erfolg dieser Spielstätte blieb allerdings auch nach einem Wechsel des Veranstalters aus, und das Zelt wurde nach anderthalb Jahren wieder abgebaut.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Anton Adner (* 1705, † 1822) war Schachtelmacher und wurde 117 Jahre alt.
  • Martin Schwab (Volksmusikant)Martin Schwab (* 1926), Volksmusikant
  • Stefanie Sieger (* 1988), Rennrodlerin

Schönauer Persönlichkeiten

  • Franz Anton Josef von Hausen-Gleichenstorff († 1780), Fürstpropst von Fürstpropstei Berchtesgaden von 1768 bis 1780
  • Gertrud von Kunowski (1877–1960), Künstlerin, lebte nach dem Tod ihres Mannes Lothar von Lothar (1866–1936) in Schönau
  • Georg Leber (1920–2012), ehemaliger Politiker der SPD
  • Hilde Gerg (* 1975), ehemalige Skirennläuferin
  • Magda Magda (1909–1996) und Romy Schneider (1938–1982), Schauspielerinnen
  • Felix Loch (* 1989), Rennrodler und Olympiasieger im Einsitzer bei den Olympische Winterspiele 2010Olympischen Spielen 2010 in Vancouver
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